Was ist eigentlich Coaching?

Coaching kann als ein interaktiver Prozess verstanden werden, der auf einer vertrauensvollen Beziehung basiert und individuelle Ziele mit der Aktivierung eigener Ressourcen verbindet.

Genau in diesem Prozess begleite ich Dich mit Empathie und Wertschätzung in einer gleichwürdigen Partnerschaft – in der Deine Persönlichkeit und Deine Anliegen im Mittelpunkt stehen und ernst genommen werden.
Vielleicht bist Du gerade an dem Begriff „gleichwürdig“ mit den Augen oder
auch im Geist hängengeblieben.
Ich möchte an dieser Stelle das erste Mal bewusst innehalten und auf den Begriff näher eingehen.
Jesper Juul, ein renommierter Familientherapeut, beschrieb Gleichwürdigkeit so:

„In einer gleichwürdigen Beziehung werden die Wünsche, Anschauungen und Bedürfnisse beider Partner gleich ernst genommen und nicht mit dem Hinweis auf Geschlecht, Alter oder Behinderung abgetan oder ignoriert. Gleichwürdigkeit wird damit dem fundamentalen Bedürfnis aller Menschen gerecht, gesehen, gehört und als Individuum ernst genommen zu werden“ (J. Juul, 1996).

In meiner Arbeit als Coachin erfahre ich häufiger, dass meine Coachee, sich gerade in unserem Gesundheitssystem, als nicht gleichwürdig behandelt fühlt oder gefühlt hat.

Schwarz-weiß Foto eines Stethoskops, das auf einem Stoffuntergrund liegt.

Vielleicht hast Du in diesem Zusammenhang auch schon die Begriffe Medical Gaslighting und Gender Health Gap gehört. Medical Gaslighting bedeutet, dass die Sorgen und Symptome von Frauen in der medizinischen Betreuung oft kleingeredet oder nicht ernst genommen werden. Viele Betroffene fühlen sich dadurch überhört und verlieren das Vertrauen in ihre eigene Wahrnehmung.

Der Gender Health Gap beschreibt die Lücke in der medizinischen Forschung und Versorgung zwischen Männern und Frauen. Frauen erleben häufig, dass ihre Beschwerden später erkannt oder anders bewertet werden. Das hat natürlich auch Folgen für den eigenen Umgang mit der Erkrankung.

Deshalb ist mir eine gleichwürdige Beziehung im Coaching Prozess auch sehr wichtig. So kann es dann auch darum gehen, dieses Wissen für sich zu nutzen, die eigenen Bedürfnisse klarer zu formulieren und z.B. in Gesprächen mit Ärztinnen und Ärzten sicherer aufzutreten.
Coaching ist ein ziel- und ressourcenorientierter Begleitprozess. Du bist die Expertin für Dein Leben, und ich unterstütze Dich dabei, Deine eigenen Stärken zu entdecken und Deine persönlichen Herausforderungen zu meistern.

Es geht nicht darum, Dir fertige Antworten zu geben, sondern Raum zu schaffen, damit Du Deine Wünsche klar formulieren und individuelle Lösungswege entwickeln kannst.

Coaching hilft Dir, Klarheit zu gewinnen, Deine Potenziale zu entfalten und Deine persönlichen Ziele Schritt für Schritt zu erreichen.

Die Wirksamkeit von Coaching – Was sagen die Studien?

Wissenschaftliche Metaanalysen belegen, dass Coaching positive und messbare Effekte hat. Beispielsweise zeigt eine vielzitierte Arbeit von Tim Theeboom und Kollegen (2013) auf Basis von 18 Studien, dass Coaching signifikant die Zielerreichung unterstützt, das Wohlbefinden steigert und die Arbeitszufriedenheit erhöht. Es fördert zudem die Fähigkeit, Herausforderungen besser zu bewältigen.

Noch umfassender ist die aktuelle Metaanalyse von Erik de Haan und Viktor O. Nilsson (2023), die 39 randomisierte kontrollierte Studien mit über 2.500 Teilnehmenden auswertete. Die Ergebnisse bestätigen moderate, aber statistisch signifikante Verbesserungen der Leistungsfähigkeit, des Wohlbefindens und der Zielorientierung. So trägt Coaching unter anderem zur Stärkung der Selbstwirksamkeit bei, reduziert Stress und fördert Achtsamkeit.

De Haan hat bereits in einer früheren Arbeit die Beziehung zwischen Coachin und Coachee als den entscheidenden Punkt für einen gelingenden Prozess angesehen.

„Die Beziehung zwischen Coach und Klient ist der stärkste Prädiktor für die Effektivität von Coaching. Je besser die Beziehung und das gegenseitige Vertrauen, desto erfolgreicher verläuft der Coaching-Prozess. Dabei sind eine vertrauensvolle Atmosphäre, Empathie und eine offene Kommunikation die ‚aktiven Wirkstoffe eines guten Coachings.“

(de Haan, E. (2013). Coaching-Studie: Auf die Beziehung kommt es an. Interview in: wirtschaft + weiterbildung, Ausgabe 07/08.)

Silhouette einer Person mit erhobener Faust vor hellem Hintergrund.

Wann ist Coaching nicht geeignet?

Coaching kann also eine wertvolle Unterstützung sein – aber nicht in jeder Lebenslage. Wenn Du schwer psychisch erkrankt bist oder Dich in einer akuten Krise befindest, ist Coaching kein geeignetes Angebot.
Akute körperliche und/oder psychische Erkrankungen bedürfen immer zuerst einer entsprechenden medizinischen Versorgung.

Für akute Krisen gibt es u.a. wichtige, deutschlandweit rund um die Uhr erreichbare Hilfsangebote, zum Beispiel:

  • Telefonseelsorge: 0800 111 0 111 oder 0800 111 0 222 (auch Chat und E-Mail)
  • Nummer gegen Kummer (für Kinder und Jugendliche): 116 111
  • Hilfetelefon Gewalt gegen Frauen: 08000 116 016
  • Hilfetelefon Schwangere in Not: 0800 40 40 020
  • Sozialpsychiatrischer Dienst in größeren Städten (Telefonnummern u. Anlaufstellen über die Webseiten der jeweiligen Stadt, Beispiel Köln)
Illustration einer diagonalen Kette aus drei ovalen, doppelt umrandeten Gliedern auf beigem Hintergrund.

Weitere schnelle Hilfen bieten Beratungsstellen, Krisendienste und Notaufnahmen der Krankhäuser.

Wenn Du Dich bereit fühlst Eigenverantwortung für Deine Entwicklung zu übernehmen und eine Offenheit gegenüber Veränderungen mitbringst, dann ist Coaching geeignet.

Quick Tipps zum schnellen Stressabbau

Vielleicht kennst Du meine Vorgeschichte: Ich habe als Gesundheits- und Krankenpflegerin sowie als Sozialpädagogin und Referentin in der Prävention gearbeitet und kenne die Herausforderungen, die eine Erkrankung mit sich bringt, aus ganz persönlicher und fachlicher Perspektive. Aus dieser Erfahrung heraus habe ich dieses Coaching-Angebot entwickelt, um Frauen dabei zu begleiten, wieder körperlich und seelisch in ihr Gleichgewicht zu finden.

Mit Methoden wie achtsamem Krafttraining, Glaubenssatzarbeit und einem klientenzentrierten Ansatz begleite ich Dich auf Deinem Weg.

Ich integriere praktische Übungen wie Achtsamkeits- und Wahrnehmungstrainings, Reflexionsfragen und Bewegungsimpulse aus und in der Natur, die Dir helfen, Deine Ressourcen zu aktivieren und nachhaltig zu stärken.
Diese Übungen passen wir individuell an Deine Bedürfnisse an und Du kannst sie auch eigenständig zuhause oder unterwegs durchführen.

Hier sind zwei Mini-Übungen aus meiner Praxis für Dich:

Achtsamkeit in der Natur – der kleine Waldbad-Happen

Hast Du die Möglichkeit ins Grüne zu kommen? Es muss gar kein ganzes Waldgebiet sein, überall wo es Bäume gibt, egal ob im Stadtpark oder in Deinem Garten. Entscheidend ist natürlich, dass Du die Umgebung als angenehm wahrnimmst.
Schon 5–10 Minuten bewusstes Wahrnehmen im Grünen hilft, Stress zu reduzieren und das Wohlbefinden zu stärken.

  • Verlangsame ganz bewusst Deine Schritte
  • Nutze alle Deine Sinne und stelle Dir die Fragen:
    • Was sehe?
    • Was höre ich?
    • Was rieche ich?
    • Wie fühlt sich das an (z.B. Rinde eines Baumes oder Blattes)
    • Nenne ganz bewusst mindestens zwei Dinge. Wenn es Deine Umgebung ermöglicht, dann benenne die Dinge ruhig laut.
    • Versuch im Moment zu bleiben, aber sei milde mit Dir und lass abschweifende Gedanken kommen und dann auch wieder ziehen. Setze die Übung dann einfach fort.

Diese einfache Form der Achtsamkeit kann Angst- und Stresssymptome mindern.

Waldweg mit herbstlichen Blättern, umgeben von hohen grünen Bäumen. Sonnenlicht fällt durch das Blätterdach und erzeugt eine ruhige, warme Atmosphäre.

Die 4-4-6-Atemübung für
mehr Gelassenheit

Diese Atemtechnik wirkt beruhigend, indem sie das Nervensystem entspannt: Du bist gerade richtig in Aufruhr, dann sage laut oder innerlich „STOPP!“.
Das Gedankenkarussel kann gleich weiterlaufen, keine Sorge, es geht nichts verloren.

Das funktioniert im Wartezimmer, am Schreibtisch, während eines Meetings, unterwegs im Auto:

  • Atme 4 Sekunden tief durch die Nase ein. (zähle im Kopf bewusst mit)
  • Halte den Atem für 4 Sekunden an.
  • Atme 6 Sekunden langsam durch den Mund aus.
  • Wiederhole den Zyklus 5–10 Mal.

Für beide Übungen gilt: Nicht viel darüber nachdenken, sondern machen und das ruhig häufiger. Die Atemübung solltest Du sowohl in ruhigen Momenten und dann auch in stressigen Situationen ausprobieren.
In ruhigeren Momenten kannst Du vielleicht auch bemerken, wie und wohin Du atmest. Also, ob Du Deinen Atem irgendwo direkt spürst, zum Beispiel an der Nase oder den Lippen beim Ausatmen. Wie atmest Du, eher in den Brustkorb oder in den Bauch?
Es geht dabei nicht um Bewertung, sondern um Wahrnehmung.

Hinweis: Bitte achte bei den Übungen unbedingt auf Deine individuellen Grenzen. Wenn Du Dich unwohl fühlst oder gesundheitliche Beschwerden hast, brich die Übung ab und hole Dir gegebenenfalls fachlichen Rat.

Du bist nicht allein – eine Einladung

Immer mehr Menschen wählen Coaching als Instrument zur persönlichen Weiterentwicklung und zur Stärkung in schwierigen Lebensphasen. Du bist Teil einer wachsenden Gemeinschaft, die diesen Weg geht. Wenn du neugierig bist, lade ich Dich herzlich zu einem kostenfreien Kennenlerngespräch ein – für Deinen ersten Schritt zurück ins Wohlbefinden.

zum Weiterlesen, zum
Hören oder zum Anschauen:

de Haan, E., & Nilsson, V. O. (2023): What Can We Know About the Effectiveness of Coaching? A Meta-Analysis Based Only on Randomized Controlled Trials (Link öffnet in neuem Tab)

Verfügbar auf [ResearchGate]:

Zusammenfassung: Diese Metaanalyse basiert auf 39 randomisierten kontrollierten Studien mit 2.528 Teilnehmenden. Coaching zeigt eine statistisch signifikante und moderate Wirkung auf persönliche und berufliche Entwicklung.

Theeboom, T., Beersma, B., & van Vianen, A. E. M. (2014): Does coaching work? A meta-analysis on the effects of coaching on individual level outcomes Veröffentlicht in: The Journal of Positive Psychology (Link öffnet in neuem Tab)

Volltext als [PDF beim Wholebeing Institute]
https://wholebeinginstitute.com/wp-content/uploads/Theeboom-Does-Coaching-Work.pdf

Zusammenfassung: Die Meta-Analyse von 18 Studien zeigt, dass Coaching signifikant zur Zielerreichung, zum Wohlbefinden und zur Selbstregulation beiträgt. Besonders stark ist der Effekt auf die Zielerreichung (Effektstärke g = 0.74), was Coaching als wirksames Entwicklungsinstrument bestätigt.

de Haan, E. (2013): „Coaching-Studie: Auf die Beziehung kommt es an“ Interview in: wirtschaft + weiterbildung, Ausgabe 07/08; Autorin: Bärbel Schwertfeger

Zusammenfassung:
Die Studie zeigt, dass die Beziehung zwischen Coach und Klient der stärkste Erfolgsfaktor im Coaching ist. Vertrauen, Empathie und offene Kommunikation gelten als die „aktiven Wirkstoffe“ eines erfolgreichen Coaching-Prozesses.

Juul, Jesper (1997): Mein kompetentes Kind. Auf dem Weg zu einer neuen Wertgrundlage für die ganze Familie; Reinbek bei Hamburg: Rowohlt

Zusammenfassung: Juul führt u.a. in das Konzept der Gleichwürdigkeit ein.